TOBLACHER GESPRÄCHE 2012
29. und 30. September
Boden: Kampf um die letzte Ressource
Konzeption: Wolfgang Sachs, Karl-Ludwig Schibel
Moderation: Karl-Ludwig Schibel
Einführung zum Thema
Der Boden, den es in seinen vielfältigen Formen seit etwa 10.000 Jahren gibt, entstand nach der letzten Eiszeit. In den Toblacher Gesprächen 2012 wollen wir den massiven Bedrohungen nachgehen, denen diese dünne Schale als Lebensraum, Nährboden und Speicher heute ausgesetzt ist. Die Versiegelung des Bodens, seine Verdichtung, Vergiftung, Erosion und das landgrabbing bedrohen das Leben auf dieser Erde. Das gilt gegenwärtig vor allem für den Süden der Welt, aber Zerstörung, Nutzungskonflikte (Ernährung, Energie, Bebauung), und sinkende Verfügbarkeit fruchtbaren Bodens im Angesicht einer wachsenden Weltbevölkerung, bedrohen in den nächsten Jahrzehnten uns alle. Kamen 1960 statistisch 0,4 ha kultivierbarer Boden auf jede Person werden es 2050 nur mehr 0,16 ha sein. In Anlehnung an Peak Oil wird auch von Peak Soil gesprochen.
In den Toblacher Gesprächen 2012 diskutieren die TeilnehmerInnen mit den Vortragenden über die globale Zukunft des Bodens und des Lebens auf und unter seiner Oberfläche, über den Boden unter unseren Füßen, die Bodenpolitik im Alpenraum und darüber hinaus. Welche Chancen und Perspektiven hat der Kampf gegen den Bodenkonsum? Wie lassen sich die Menschenrechte der LandbewohnerInnen gegen den Aufkauf riesiger Landflächen vor allem in Afrika durch große Kapitalgesellschaften stärken? Was kann eine offensive Bodenpolitik zu einer umfassenden ökologischen Kreislaufwirtschaft beitragen?
Die 23. Auflage der Toblacher Gespräche
An der Nahtstelle zwischen zwei Kulturen haben die Toblacher Gespräche von 1985 bis 1999 und von 2005-2007 unter Leitung von Hans Glauber entscheidende Umweltthemen aufgegriffen, debattiert und Lösungsansätze vorgeschlagen. Die jährlichen Gespräche wurden zu einer renommierten Denkwerkstatt für die ökologische Wende im alpinen Raum und darüber hinaus. Seit 2008 hat, nach dem überraschenden Tod von Hans Glauber, Wolfgang Sachs die Aufgabe des Kurators der Toblacher Gespräche übernommen, zunächst mit dem Thema „Das rechte Maß. Die Begrenzung als Herausforderung für das Solare Zeitalter“, in 2009 mit „Mehr Autarkie wagen. Dezentrale Energien als Baustein für post-fossile Regionalwirtschaften“, in 2010 mit „Geld regiert die Welt – doch wer regiert das Geld“ und 2011 beschäftigten sich die Gespräche mit “Wohlstand ohne Wachstum”. Ganz im Geiste Glaubers, der sich an der Vision des „Solaren Zeitalters“ als neuen zivilisatorischen Entwurf orientiert hat, wird die Reihe 2012 mit „Boden: Kampf um die letzte Ressource“ von Wolfgang Sachs und Karl-Ludwig Schibel weitergeführt.
Das Tagungsprogramm wird innerhalb einiger Wochen veröffentlicht. Wenn jemand vorab den aktuellsten Programm-Entwurf haben möchte, so wird dieser auf Anfrage zugeschickt.