
Di ArezzoTV, CC BY 3.0
Am Abend des 16. Oktober, gegen 22 Uhr, wurde ein Sprengstoffanschlag auf den Journalisten Sigfrido Ranucci, Leiter und Moderator der investigativen Fernsehsendung Report, verübt. Die Explosion zerstörte sowohl das Auto Ranuccis als auch jenes seiner Tochter, die vor seinem Wohnhaus in Campo Ascolano, bei Rom, geparkt waren. Nur durch Zufall wurde niemand verletzt. Der Anschlag reiht sich in eine Serie von Einschüchterungsversuchen gegen Ranucci ein, die bereits seit geraumer Zeit andauern.
Das Organisationskomitee und der wissenschaftliche Beirat der Toblacher Gespräche sprechen Sigfrido Ranucci, seiner Familie sowie dem gesamten Team von Report mit deren Angehörigen ihre uneingeschränkte Solidarität aus.
Im Mittelpunkt der diesjährigen Toblacher Gespräche stand die fundamentale Bedeutung der Presse als eine der tragenden Säulen der Demokratie. Unter den Referierenden war auch Giulio Valesini, ein Investigativjournalist von Report, der den Teilnehmenden im Rahmen eines Workshops darlegte, wie Report arbeitet und unter welchen Herausforderungen die Beiträge der Sendung zustande kommen. Ohne unabhängige und sorgfältig recherchierte Information gibt es keine aufgeklärte Öffentlichkeit, und ohne Pressefreiheit keine verlässliche Information. Diese Freiheit setzt die körperliche wie psychische Unversehrtheit derjenigen voraus, die journalistisch tätig sind. Gewaltakte und Einschüchterungsversuche wie dieser sind in einer demokratischen Gesellschaft völlig inakzeptabel; eine wehrhafte Demokratie muss ihnen entschieden entgegentreten.
Unsere Solidarität gilt zugleich allen Journalistinnen und Journalisten, die – oft unter großen persönlichen Opfern, im Angesicht langwieriger Gerichtsverfahren, öffentlicher Diffamierungen und physischer Bedrohungen – Tag für Tag für das Recht auf Information, für Transparenz und für eine mündige demokratische Gesellschaft eintreten.
Wir schließen in diese Solidaritätsbekundung auch all jene Akteurinnen und Akteure der Zivilgesellschaft ein, die – unabhängig von ihrem beruflichen Hintergrund – durch ihr Engagement für Wahrheit, Gerechtigkeit und Menschlichkeit zum Schutz unserer gemeinsamen demokratischen Werte beitragen.
Gezeichnet von den Referentinnen und Referenten der 36. Toblacher Gespräche
Marcus Bensmann, Correctiv, Deutschland
Dr. Fausto Bertuccioli, RAI Giornale Radio
Christoph Franceschini, Südtiroler Tageszeitung
Dr. Sofia Verza, Centre for Media Pluralism and Media Freedom, European University Institute
Dr. Uwe Krüger, Universität Leipzig
Simonetta Nardin, SALTO
Alessio Giordano, Freier Journalist
Moritz Holzinger, Klimaaktivist und Influencer
Bianca Müller, Klimaaktivistin und Influencer
Dr. Elisa Piras, Eurac Research
Jana Weissteiner, Redakteurin RAI Südtirol und Filmemacherin
Natalie Sclippa, LaViaLibera
Andreas Pichler, Filmemacher