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Toblacher Gespräche 2011

Toblacher Gespräche 2011

22. Toblacher Gespräche 2011
01.-02.10.2011 

Wohlstand ohne Wachstum

Konzeption: Wolfgang Sachs, Karl-Ludwig Schibel
Moderation: Karl-Ludwig Schibel

 

Die Toblacher Gespräche 2011

An der Nahtstelle zwischen zwei Kulturen haben die Toblacher Gespräche von 1985 bis 1999 und von 2005-2007 unter Leitung von Hans Glauber entscheidende Umweltthemen debattiert und Lösungsansätze vorgeschlagen. Die jährlichen Gespräche wurden zu einer renommierten Denkwerkstatt für die ökologische Wende im alpinen Raum und darüber hinaus. Seit 2008 hat, nach dem überraschenden Tod von Hans Glauber, Wolfgang Sachs die Aufgabe des Kurators der Toblacher Gespräche übernommen, zunächst mit dem Thema „Das rechte Maß. Die Begrenzung als Herausforderung für das Solare Zeitalter“, 2009 mit „Mehr Autarkie wagen. Dezentrale Energien als Baustein für post-fossile Regionalwirtschaften“ und 2010 mit „Geld regiert die Welt – doch wer regiert das Geld.“ Ganz im Geiste Glaubers, der sich an der Vision des „Solaren Zeitalters“ als neuen zivilisatorischen Entwurf orientiert hat, wird die Reihe 2011 mit „Wohlstand ohne Wachstum“ von Wolfgang Sachs und Karl-Ludwig Schibel weitergeführt.

 

Einführungstext zum Thema der Tagung

Die Wachstumseuphorie hat einem Wachstumsfatalismus Platz gemacht. Über zwei Drittel der Deutschen, so jüngst eine Emnid Umfrage, stehen der Vorstellung eines kontinuierlichen wirtschaftlichen Wachstums als Mittel steigender privater Lebensqualität kritisch gegenüber. Gleichzeitig hält jedoch über achtzig Prozent weiteres Wirtschaftswachstum für nötig. Ein Argument, das seit der Veröffentlichung des Berichts des Club of Rome, „Grenzen des Wachstums“ und den „Fortschrittsmythen“ von Ivan Illich vor vier Jahrzehnten bis hin zu den Arbeiten des Wuppertal Instituts und der Verheißung einer „Décroissance sereine“ von Serge Latouche Gedankengut einer Minderheit von Wachstumskritikern war, ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Auch der deutsche Bundestag hat die Zeichen der Zeit gelesen und eine Enquete Kommission eingesetzt „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität“, die im Januar die Arbeit aufgenommen hat.

In den Toblacher Gesprächen 2011 diskutieren die TeilnehmerInnen mit den Vortragenden über Theorie und Praxis eines zukunftsfähigen Wohlstands. Welche gesellschaftsfähigen Perspektiven stecken in den praktischen Ansätzen Produktion, Verteilung und Konsum in die natürlichen Kreisläufe einzupassen? Sind Ivan Illich, Murray Bookchin, Leopold Kohr, Robert Jungk oder E: F. Schumacher heute neu zu lesen? Ist die Diskursfähigkeit der Wachstumskritik nur ein Nachflackern der Finanz- und Wirtschaftskrise der letzten Jahre, oder Aufbruchssignal eines Paradigmenwechsels hin auf eine Zukunft langsamen Wachstums, des Nullwachstums oder der Schrumpfung? Gibt es ein „Langsamer und weniger“, das Hans Glauber vor Augen stand, als Design einer anderen Gesellschaft oder nur als Drohung eines immanenten Disasters?